#31 Home Coming Queen - Wann bist du eigentlich erwachsen geworden?
Shownotes
31 Home Coming Queen - Wann bist du eigentlich erwachsen geworden?
Wann bist du eigentlich erwachsen geworden?
Mit 18? Mit dem Führerschein? Mit der ersten eigenen Wohnung? Mit dem ersten Job oder vielleicht erst mit dem eigenen Kind?
In dieser Folge schauen wir genauer hin, denn Erwachsensein ist kein Datum, sondern ein Prozess. Oft sind es nicht die großen Meilensteine, sondern die kleinen Momente, in denen wir merken: Da kommt niemand mehr, der das für mich übernimmt. Ich muss entscheiden, Verantwortung tragen – und irgendwie mache ich es trotzdem.
Gerade als Mama wird dieses Gefühl noch einmal besonders deutlich. Gleichzeitig darf es auch Tage geben, an denen wir das Erwachsensein einfach satt haben. Die Sehnsucht, selbst einmal getragen zu werden, ist keine Schwäche.
Susanne spricht darüber, was passiert, wenn das Netz über uns plötzlich fehlt, warum wir uns ein eigenes Netz bauen dürfen und weshalb Hilfe anzunehmen vielleicht eine der erwachsensten Entscheidungen überhaupt ist.
Eine Folge über Erwachsenwerden, Verantwortung, Elternschaft, Selbstständigkeit, gewählte Familie und die Erlaubnis, nicht immer alles alleine tragen zu müssen.
Denn: Du musst nicht fertig erwachsen sein. Gut genug reicht.
Deine Susanne Mehr von mir: Instagram: @susanne.job.coaching.mentoring Email: info@susannejob.de Web: www.susanne.job.de
Transkript anzeigen
00:00:03: Hallo ihr lieben Queens, ich habe jetzt wie die meisten von euch schon langsam wieder in den Alltag gestartet.
00:00:35: Die Sommerferien sind vorbei nur trotzdem tobt mit Einschulungen ersten Schultagen bei uns noch ein bisschen das Chaos so dass ich wieder in das Archiv geschaut habe und die Folgen nochmal rausgeholt.
00:00:48: es geht um das Thema Glaubenssätze Standard.
00:00:54: Deswegen hole ich sie nochmal raus, Oldboard Gold und wie immer ein bisschen zeitlos!
00:00:58: Und das ist ein Thema, woran wir uns auch immer wieder erinnern dürfen.
00:01:02: Also nehmt es mir nicht übel, macht's euch gemütlich, genieß den Start in das neue Schul- beziehungsweise Kita.
00:01:09: Jahr beginnt die letzte Runde für das Jahr zwanzig sechsundzwanzig Und wir hören uns das nächste Mal mit einer brandneuen Folge.
00:01:19: Ich verspreche es euch, viel Spaß beim Reinhören.
00:01:21: eurer Homecoming Queen Susie!
00:01:33: Hallo und herzlich willkommen bei Homecoming queen.
00:01:36: ich bin Susanne Job.
00:01:37: in diesem Podcast treffen sich Herz Verstand und Wissenschaft mit einer Prise Humor für Mamas die viel tragen viel leisten und sich dabei manchmal selbst verloren haben.
00:01:49: Wir nennen das Matriszenz Die Entwicklung von der Frau zur Mutter Und genau hier wollen wir hinsehen, verstehen und neu wählen.
00:01:59: Also lass uns heute mal auf ein spannendes Thema schauen!
00:02:03: Stell dir vor du sitzt beim Kinderarzt.
00:02:05: Dein Kind hat seit zwei Tagen Fieber.
00:02:08: Es ist spät am Nachmittag.
00:02:10: Du bist müde.
00:02:12: Die Ärztin schaut dich an und fragt ganz selbstverständlich und was haben sie ihr bisher gegeben?
00:02:18: Und du denkst für den Bruchteil einer Sekunde.
00:02:20: wen fragt sie da?
00:02:21: Ach natürlich mich.
00:02:26: Oder du sitzt vor einem Schreiben von der Versicherung oder vom Amt, verstehst kein Wort und würdest am liebsten ganz automatisch zum Handy greifen um die Person anzurufen wie solche Dinge früher für dich geregelt hat.
00:02:40: Und dann stellst Du fest eigentlich bin ich inzwischen diejenige die das regelt!
00:02:46: Dann kommt dieser Gedanke der sich gleichzeitig ein bisschen stolz und auch ein bisschen schwindelig anfühlt.
00:02:52: Wann ist es eigentlich passiert?
00:02:54: Wann bin ich eigentlich erwachsen
00:02:56: geworden?!
00:02:59: Du weißt vielleicht noch, wie du mit achtzehn deinen Personalausweis in der Hand gehalten hast.
00:03:04: Auf dem Papier bzw auf dem Stück Plastik warst du ab da erwachsen.
00:03:08: Gefühlt eher nicht so – im Rückblick auf keinen Fall!
00:03:15: Willkommen zu der heutigen Folge und zwar in unserer kleinen Reihe über das Erwachsen werden bei Eltern.
00:03:22: In der letzten Folge haben wir uns angeschaut, wie wir mitten den Elternalltag ins Kind ichrutschen.
00:03:26: Heute drehen wir die Frage um Wann sind wir eigentlich in unser Erwachsenenich hineingewachsen?
00:03:32: Und ich verrate dir schon mal, die Antwort ist vermutlich nicht die, die du erwartet hättest oder die sich manchmal vielleicht sogar gut anfühlt.
00:03:41: Fangen wir mit einem Mythos an!
00:03:43: Wir alle tragen so ein inneres Drehbuch mit uns herum – wie erwachsen werden angeblich
00:03:47: funktioniert?!
00:03:48: Mit achtzehn Volljährig, dann Führerschein, Ausbildung oder Studium, erstes eigene Wohnung, fester Job, Partnerschaft, vielleicht Hochzeit, Kind, Haus, Garten... Und irgendwo auf dieser Liste, so die stille Annahme passiert es dann.
00:04:03: Zack!
00:04:04: Erwachsen.
00:04:07: Nur wenn du ehrlich bist hat das sich bei dir vermutlich nie so angefühlt.
00:04:11: Du hast Punkte auf der Liste vielleicht abgehakt und ich trotzte manchmal gefragt wann die Erwachsenden endlich kommen um das zu übernehmen.
00:04:18: Volljährigkeit ist ein Datum.
00:04:20: Erwachen ist ein Gefühl.
00:04:23: Das eine passiert an einem einzigen Tag das andere über Jahre.
00:04:28: Es ist ein Prinzess und meistens ohne dass wir den genauen Moment bemerken.
00:04:34: Und jetzt kommt der Punkt, den ich eigentlich richtig spannend finde.
00:04:37: Wenn wir ehrlich zurückschauen sind es selten die großen Meilensteine in denen wir uns erwachsen gefühlt haben.
00:04:43: Das sind kleine Momente.
00:04:44: Ich nenne dir ein paar und du schaust einfach welche vielleicht bei dir etwas anklänge lassen Die so in dir arbeiten!
00:04:51: Das erste mal das du eine Rechnung bezahlt hast Bei der er's wirklich weh getan hat und ihr klar wurde, oh das kommt von allein nicht wieder rein.
00:04:59: Das erste Mal, dass du zu deinen Eltern nein gesagt hast und ausgehalten hast, dass sie enttäuscht waren.
00:05:06: Das erste mal, dass Du eine Entscheidung getroffen hast bei der Du wusstest, wenn das schief geht gibt es niemanden, der mich...der DAS für mich gerade wiegt!
00:05:17: Das erste einmal, dass Tu nachts wach warst weil jemand krank war und Du die einzige warst, die sich kümmern konnte.
00:05:24: Das erste mal, daß Du einen Streit beendet hast in dem Du als Erster auf den anderen zugegangen bist obwohl Du Dich im Recht gefühlt hast.
00:05:31: Das ist drüben etwas das Gegenteil von dem, was wir letzte Folge gesprochen haben.
00:05:35: Das erste Mal dass du auf etwas verzichtet hast, dass du unbedingt wolltest weil jemand anderes es dringender gebraucht hätte.
00:05:43: So Schau dir diese Momente mal an!
00:05:45: Was haben sie gemeinsam?
00:05:47: Keiner davon steht auf der Meilenstein Liste.
00:05:50: in Drehbuch des Lebens In den Hollywood Film und in jedem einzelnen passiert dasselbe.
00:05:56: Du merkst, dass keiner kommt.
00:05:58: Es gibt keine höhere Instanz an die du es abgeben kannst Und du machst es trotzdem.
00:06:06: Das ist für mich der Kern.
00:06:08: Erwachsen wirst Du nicht an den Tag, an dem Du Verantwortung bekommst sondern an dem Tag, in dem Du sie tatsächlich trägst und merkst dass Du es kannst auch wenn er sich anfühlt!
00:06:20: Jetzt kommt ein Gedanke, der mich immer ein bisschen zum Schmunzeln bringt.
00:06:23: Als Kinder haben wir geglaubt erwachsene Wissen was sie tun.
00:06:27: Sie haben einen Plan, sie haben Ahnung.
00:06:29: Sie haben irgendwo ein Ordner mit allen Antworten bzw eigentlich wissen Erwachsene das sowieso schon alles.
00:06:36: und dann sitzen wir selbst den Elternabend und jemand sagt die Eltern entscheiden das und wir schauen uns um und fragen uns eigentlich wer es denn damit eigentlich gemeint?
00:06:46: Die ehrliche Wahrheit ist die meisten Erwachsenen die du kennst improvisieren.
00:06:50: dazu gehöre auch ich.
00:06:52: sie googeln nachts ob das schieber normal ist.
00:06:54: sie tun sicher Sie tun so sicher, wenn sie es auch einfach nicht sind.
00:06:59: Sie haben noch nie eine Steuererklärung gemacht bei der sich wirklich sicher waren.
00:07:03: Das Gefühl dass du erwachsen sein müsstest aber innerlich noch irgendwie unterwegs bist ist deshalb kein Zeichen das bei dir etwas fehlt.
00:07:11: Es ist vermutlich das normalste gefühl der welt nur sagt es keiner laut Nicht perfekt Aber echt.
00:07:19: Das gilt auch fürs Erwachsensein und im Übrigen auch in meinem Leben.
00:07:23: Und vielleicht ist genau das der Unterschied.
00:07:25: Erwachen ist nicht, wer alles weist.
00:07:28: Erwachsend ist, wer weiß dass er nicht weißt und trotzdem entscheidet.
00:07:35: Jetzt sage ich etwas was sich lange für mich verboten angeführt hat oder was sich auch glaube ich gesellschaftlich ein bisschen verboten anfühlt.
00:07:43: aber ich glaube wir müssen es einmal laut aussprechen denn dann wird's meistens besser.
00:07:46: manchmal hasse ich es erwachsen zu sein.
00:07:51: Manchmal Hasse ich es wirklich erwachsen zu sein?
00:07:55: Nicht immer, nicht grundsätzlich.
00:07:57: Aber an manchen Tagen ganz besonders so an einem Sonntagabend wenn der Wäschebär größer ist als meine Motivation, wenn die Brotdosen für morgen noch nicht gepackt sind und ich auch keine Lust habe sie morgen zu packen Wenn die Zahnersrechnung im Briefkasten liegt und gleichzeitig das Kind fragt ob wir noch schnell etwas für die Schule basteln können.
00:08:13: Wenn du gerade einfach nur willst dass jemand sagt lasst das!
00:08:16: Ich mach das.
00:08:19: Und dann taucht dieses Bild auf Du sitzt als Kind auf dem Sofa, irgendwo in der Wohnung klappert jemand in der Küche.
00:08:26: Es riecht nach Abendessen und das Einzige was du entscheiden musst ist ob du noch eine Folge schaust.
00:08:34: Gestern war ich meine Freundin zu Besuch und wir hatten die Situation dass sich das Kind gefreut hat, dass die Gartentür einfach so zugegangen ist Und es hat sich gefreuht dass es die Gattentür geschlossen hat.
00:08:46: und dann fiel uns beiden Erwachsenen auf.
00:08:49: Wie schön ist es doch kind zu sein Wenn wir uns darüber freuen, dass wir ein Gartentor geschlossen haben.
00:08:55: Jemand anderes hat den Überblick!
00:08:57: Jemand Anderes weiß ob noch Milch da ist.
00:09:00: Dieses Bild... ...ist keine Undankbarkeit.
00:09:03: Es ist so eine Sehnsucht Die Sehmsucht getragen zu sein statt zu tragen Und ich finde die darf da sein ohne das man sich dafür schämen muss oder dass ich mich auch dafür schänen muss Wichtig es mir dabei wachsen sein.
00:09:15: zu hassen heißt nicht dann Leben zu hasse Und das heißt auch nicht deine Kinder zu hassen.
00:09:19: Es heißt meistens nur, die Last ist gerade ziemlich groß für einen einzigen Menschen!
00:09:25: Du darfst müde sein vom Erwachsensein ohne dass es dich zu einer schlechten Mutter macht.
00:09:30: Anerkennen, loslassen, wachsen und zwar in dieser Reihenfolge.
00:09:36: Zuerst anerkennen, dass es schwer ist.
00:09:39: Dann erst schauen was du vielleicht abgeben darfst.
00:09:42: Und jetzt kommt der Teil, der für mich wirklich den Unterschied macht.
00:09:45: Zwischen anstrengend und wirklich hart wenn keiner in Sicht ist.
00:09:48: Solange die eigenen Eltern oder Schwiegereltern oder befreundete ältere Personen in der Nähe sind passiert etwas Seltsames.
00:09:57: Selbst wenn du alles alleine regelst selbst wenn du längst deinen eigenen Haushalt führst gibt es im Hintergrund dieses leise Wissen Wenn es wirklich hart auf hart kommt.
00:10:05: gibt es jemanden den ich anrufen?
00:10:07: kann Jemandem über mir ein Netz das vielleicht Ich nie benutze, aber es ist da!
00:10:15: Und dann verändert sich etwas.
00:10:16: Vielleicht wohnen deine Eltern inzwischen weit weg?
00:10:19: Vielleicht hunderte Kilometer?
00:10:21: Vielleicht ist diese Beziehung schwierig und du rufst sie gar nicht erst an.
00:10:25: Vielleicht sind Sie selbst auf Hilfe angewiesen und aus dem Netz über dir ist plötzlich ein Netz geworden das Du selbst spannst.
00:10:32: Und vielleicht... ...sind Sie auch einfach nicht mehr da.
00:10:37: Es sind die Momente, in denen dein Kind Nachtsieber hat und du merkst hier steht niemand mehr hinter mir.
00:10:43: Oder in der Notaufnahme wenn du in ein Formular deinen eigenen Namen bei Erziehungsberechtigte einträgst was ich manchmal immer noch komisch finde Und dann eine Entscheidung ansteht wie so groß es ist dass du dich dabei ertapst Wie du innerlich nach jemandem suchst der sie dir abnimmt und da ist niemand.
00:11:01: Das ist eine ganz eigene Form von Einsamkeit Eine leise Denn Sie sieht von außen oft aus wie Selbstverständlichkeit und wie Selbstständigkeit, wie Eigenverantwortung.
00:11:11: Du funktionierst, du organisierst – du bist stark!
00:11:15: Aber innen drin fehlt jemand der sagt «Du musst das nicht ganz alleine schaffen».
00:11:21: Wenn du dich hier wieder erkennst, das ist keine Schwäche.
00:11:24: Das ist ein echter Verlust auch wenn er keinen Namen hat.
00:11:27: Es ist die stille Trauer darum dass niemand mehr über dir steht.
00:11:32: Und gleichzeitig steckt darin noch etwas anderes Denn irgendwann wirst du selbst zu den Menschen der für andere Halt ist Nicht weil du plötzlich unverwundbar bist, sondern weil du lernst dir selbst ein Stück von dem zu geben was früher voraus kam.
00:11:48: Das meine ich wenn ich vom Heim komme spreche.
00:11:50: Das ist Homecoming!
00:11:52: Du wirst zu deinem eigenen Zuhause.
00:11:54: Du baust dir dann Netz neu aus – aus Menschen die du dir aussuchst Freundinnen, Nachbarn eine Wahlfamilie.
00:12:02: Hilfe anzunehmen ist dabei keine Niederlage.
00:12:05: Es ist vielleicht die erwachsenste Entscheidung von allen.
00:12:09: Und dann, wo wir gerade beim Schweren sind, gibt es natürlich noch die ganz großen Einschnitte.
00:12:14: Die Dinge, die uns ins Leben passieren – manche haben hier uns ausgesucht und manche nicht!
00:12:19: Ein Umzug in eine fremde Stadt?
00:12:21: Ganz allein.
00:12:22: Eine Trennung?
00:12:23: Eine Kündigung?
00:12:25: Eine Krankheit?
00:12:26: Die eigene oder die eines Menschen, den du
00:12:29: liebst?!
00:12:30: Der Moment, in dem sich rollen mit den eigenen Eltern leise umdrehen und du plötzlich diejenige bist, die sich um Dinge kümmert… der Verlust eines Menschen Ein neuer Anfang, den du so nie geplant hattest.
00:12:41: Und hier wird es interessant!
00:12:43: Diese Einschnitte machen uns nicht automatisch erwachsen – sie öffnen eine Tür.
00:12:49: Ob wir hin durchgehen?
00:12:51: Als ob wir hinterher wirklich Verantwortung übernehmen entscheiden, aushalten ist eine andere Frage.
00:12:56: Es gibt Menschen die mit twenty-fünf schon Dinge durch Dinge gegangen sind, die anderen nie erleben.
00:13:02: und es gibt Menschen, die mit forty fünf noch auf jemanden warten, der ihnen sagt das jetzt zu tun ist.
00:13:07: Das Alter erzählt ihr also nicht viel, entscheidend ist was wir aus dem machen was uns passiert.
00:13:15: Und das ist mir in meinem eigenen Leben ganz häufig schon aufgefallen dass die Menschen die schon schwere Zeiten hinter sich hatten häufig sehr viel Eigenverantwortlicher und einfach sich auch nicht auf ihren Netz verlassen können so wie es Menschen tun die selber einfach noch so schwere Verluste hinnehmen musst.
00:13:38: und das ist auch keine Kritik, es ist einfach eine Beobachtung.
00:13:59: verantwortlich für einen Menschen, der ohne dich nicht überleben würde.
00:14:03: Das ist eine Dimension die es sonst kaum gibt und ich erzähle ja auch immer wieder den Moment wo mir bewusst wurde dass dieses kleine Bündelzellen auf dem Wickeltisch vor mir lag und ich dachte Puh!
00:14:14: Dich muss sich jetzt groß kriegen.
00:14:17: aber Und das ist mein Punkt.
00:14:19: Verantwortung haben und sich Erwachsen fühlen sind zwei verschiedene Dinge, es haben wir letzte Folge gesehen.
00:14:25: du kannst Mutter sein und trotzdem streiten mit deinem Kind schmollen wie eine Siebenjährige.
00:14:29: die Geburt ist deshalb für mich kein Startpunkt sondern eher ein Bremdbeschleuniger.
00:14:33: sie beschleunigt dass was schon in dir angelegt ist.
00:14:36: sie baut auf den kleinen Schritten auf die du vorher gegangen bist oder eben nicht gegangen bist und was dein Kind genau mit ihr macht.
00:14:43: darüber sprechen wir dann im Bett tuel in der nächsten Folge ganz ausführlich.
00:14:48: Und eins möchte ich noch sagen, weil es mir sehr, sehr wichtig ist.
00:14:52: Es gibt Menschen die sagen Ich war schon mit zehn erwachsen Weil sie früh auf jüngere Geschwister aufgepasst haben, weil an Elternteil krank war, weil zu Hause so viel los war dass jemand funktionieren musste.
00:15:03: Vielleicht was auch nicht mit zehn sondern mit Anfang zwanzig.
00:15:08: Das ist nochmal wieder etwas anderes als das worüber wir heute sprechen.
00:15:14: Das ist nicht erwachsen werden im Sinne von hineinwachsen, sondern erwachsen werden müssen.
00:15:19: Der Fachbegriff dafür, den wir letzte Woche schon hatte, ist Parentifizierung und das ist keine Stärke auf die du stolz sein musst, sondern häufig eine Überlebensstrategie.
00:15:30: Wenn das auf dich zutrifft, lohnt es sich vielleicht eine ganz andere Frage?
00:15:34: Darf ich eigentlich auch mal nicht erwachsen sein?
00:15:36: Schauen wir jetzt was die Forschung dazu sagt!
00:15:38: Denn wir wollen ja auch die Forschungen und die Wissenschaft immer mehr und mehr wieder mit an den Tisch bringen Und ich finde, dass sie ziemlich gut bestätigt was wir gerade gesehen haben.
00:15:47: Der Psychologe Jeffrey Arnett hat um das Jahr zweitausend einen Begriff geprägt der seitdem die Forschung zum Erwachsen werden bestimmt emerging adulthood auf Deutsch etwa anstehendes erwachsenden Alter.
00:16:00: seine Idee zwischen Jugend und Erwaxen sein hat sich in unserer Gesellschaft eine eigene Lebensphase eingeschoben grob von Anfang zwanzig bis Ende zwanziger.
00:16:09: Eine Phase der Identitätssuche, der Unsicherheit des Ausprobierens und vor allem ein Gefühl des Dazwischenseins.
00:16:17: Und jetzt das Spannende!
00:16:18: Ahnet hat junge Menschen gefragt ob sie sich erwachsen fühlen?
00:16:22: Die häufigste Antwort war sinngemäß ja und nein Also ein klassisches Jein.
00:16:28: Und als er gefragt hat, was Erwachsensein ausmacht waren die wichtigsten Punkte nicht Heirat oder Kinder sondern ganz oben standen.
00:16:34: Dinge wie Verantwortung für sich selbst übernehmen eigene Entscheidungen treffen finanziell unabhängig werden also genau diese kleinen Schritte über die wir eben gesprochen haben.
00:16:44: dazu muss ich fairerweise sagen dieser Ergebnisse stammen vor allem aus US-amerikanischen Studien.
00:16:49: wie so häufig in anderen Kulturen sieht das teilweise anders aus und familisch wird dort manchmal noch eine größere Rolle.
00:16:57: Dazu passt aber auch ein weiteres, zweites Konzept aus der Persönlichkeitspsychologie.
00:17:01: Dass man Reifungsprinzip oder auch Social Investment-Prinzip genannt wird vor allem verbunden mit dem Psychologen Brand Roberts.
00:17:10: Er besagt im jungen erwachsenen Alter werden Menschen im Durchschnitt gewissenhafter, emotional stabiler und verträglicher.
00:17:19: Und der Grund ist nicht das Alter an sich sondern dass wir auch soziale Rollen übernehmen Beruf Partnerschaft, Verantwortung für andere und in diesen Rollen investieren.
00:17:30: Wir wachsen also an dem was wir tragen.
00:17:34: Gleichzeitig zeigen auch große Langzeitsstudien zum Beispiel mit Daten aus Deutschland die sich auf Persönlichkeit des ganzen Lebens weiterentwickelt das einschneidende Erlebnisse dabei eine Rolle spielen aber dass der Effekt eines einzelnen Ereignissen meist kleiner und individueller ausfällt als wir denken.
00:17:51: Auch bei Eltern schafft sind die Befunde gemischt.
00:17:53: Es ist also kein Schalter, der einfach umgelegt werden, sondern ein ganz individueller
00:17:56: Prozess.".
00:17:58: Und noch einen Blick auf das große Drehbuch!
00:18:01: Der Entwicklungspsychologe Robert Havinghurst hat schon in den Vierziger Jahren beschrieben, dass jede Lebensphase typische Entwicklungsaufgaben mit sich bringt – im Erwachsenenalter klassischerweise Berufseinstieg, Partnerschaft und Familiengründung.
00:18:14: Nur dieses Drehbuch hat sich verschoben….
00:18:17: Frauen in Deutschland bekommen ihr erstes Kind im Schnitt, heutzutage mit rund dreißig Jahren.
00:18:22: In den siebzigerjahren der neunzehnten Hundertter war es noch Mitte zwanzig.
00:18:26: Die reinen Folge ist also nicht mehr festgelegt.
00:18:29: das bringt Freiheit aber auch Unsicherheit und manchmal das Gefühl nie richtig anzukommen.
00:18:37: Und zum Schluss noch eine kleine Beobachtung die uns in der Auch noch im Laufe der nächsten Tage Wochen halt einfach begleiten werden.
00:18:47: Studien zum gefühlten Alter zeigen, dass sich die Menschen über vierzig im Schnitt deutlich jünger fühlen als sie tatsächlich sind.
00:18:53: Es sind von rund zwanzig Prozent die Rede.
00:18:56: Wir sind also nicht nur später dran mit dem Erwachsenen werden wir fühlen uns auch noch länger jung aber dazu später vielleicht mal mehr.
00:19:03: und noch ein Genanke der dazu passt was wir gerade über das fehlende Netz gesagt haben.
00:19:08: Die Bindungsforschung geht auf John Bowlby zurück.
00:19:10: er beschreibt aus Kinder eine sichere Basis brauchen einen menschen zu dem Sie zurückkehren können wenn die Welt zu groß wird Und von dem, was sie losziehen können.
00:19:19: Lange hat man gedacht es sei ein reines Kinderthema Aber Forschende wie Cindy Hazeln und Phillip Schelver haben auch in den nachtziger Jahren gezeigt dass dieses Bedürfnis nicht nicht achtzehn endet von heute auf morgen.
00:19:30: Es wandert nur Bei vielen Erwachsenen wechseln die Besuchshauptbezugsperson im Laufe des Lebens Von den Eltern zum Partner oder zu engen Freundschaften.
00:19:39: Das heißt das sich hart anfühlt wenn dieser sichere Hafen fehlt ist kein Charakterfehler.
00:19:44: Es ist ganz normal ein menschliches Bedürfnis, das auch wir Erwachsenen haben.
00:19:49: Und es erklärt, warum Erwachsensein so viel leichter wird wenn irgendwo jemand ist an dem wir aufhören dürfen zu denken dass ich stark sein muss und der Kinderarzt letzte Sache aus der Wissenschaft?
00:20:02: Der Kinderarz von Psychoanalytik hat.
00:20:04: Donald Winnick hat dazu einen Gedanken geprägt, der mich persönlich sehr entlastet.
00:20:09: Das ist gut genug Prinzip.
00:20:12: Er hat beschrieben, dass Kinder keine perfekten Eltern brauchen.
00:20:15: Sondern Eltern die verlässlich genug da sind.
00:20:18: Übertragen auf uns heißt das du musst nicht fertig erwachsen sein um den sicheren Hafen für dein Kind zu sein.
00:20:23: Gut genug reicht!
00:20:25: Und das ist ein Satz den ich mir häufig auch abends sage gut genug reicht Susi.
00:20:30: und nun vielleicht auch nochmal ein persönlicher Bezug Hier geht es darum, Mutter zu werden.
00:20:37: Und in meinem Prozess als Mama von drei Kindern stelle ich mir auch immer die Frage bin ich eigentlich erwachsen genug?
00:20:43: Beziehungsweise was sind denn diese ganzen kleinen Lebensereignisse oder größere Lebenserreignisse, die ich mit mir selber ausmachen muss, die eigentlich nicht zum eine Mama sein passt weil ich müsste ja jetzt die Scharke sein und genau hier möchte ich noch mal ganz kurz einfach sagen Auch wenn es vielleicht keinen Umfeld gibt Also Eltern bzw.
00:21:03: die Kernfamilie auch unter Umständen einfach... sehr weit weg ist, gibt es immer die Momente das Menschen dort einspringen können und das gibt mir total viel halt.
00:21:14: In meinem Leben sind es zum Beispiel ganz häufig dass meine gewählte Familie einfach aus meinen Freunden besteht, aus meinem innersten Zirkel von Menschen, die mich schon jahrzehntelang begleiten Die für mich wie familie geworden sind.
00:21:29: Und es gibt genau... Das hatte ich auch schon einmal in einer Podcastfolge Dass wir dort hat diese Menschen also Eltern unter Umständen daran verhalten.
00:21:38: Man kann sie nie ersetzen, aber durch eine gute Freundin oder einem Lieblingsmenschen einfach besetzen kann, der das wahrscheinlich auch gut enough macht.
00:21:50: und ich glaube diese Momente wo man sich fragt und wo ich mich frage oh ey jetzt muss ich aber echt erwachsen sein und was würde dann ein echter Erwachsener tun?
00:22:00: ist auch eine Sache dass wir uns hier als Generation unserer jetzt aktuell der Mütter einfach nicht wirklich erwachsen fühlen wollen.
00:22:10: Wir wollen immer noch die Jugendliche sein und dieses Erwachsenen ist bei uns noch sehr, sehr geprägt von unseren Eltern, die ein ganz anderes Erwaxensein gelebt haben als wir.
00:22:22: Und bevor wir zu dem Impuls kommen den wir vielleicht in diese zwei Wochen mitnehmen.
00:22:27: es erstens erwachsen werden ist kein Datum sondern einen Prozess aus kleinen vielen Schritten.
00:22:32: Zweitens, die großen Einschnitte im Leben öffnen Türen.
00:22:35: Aber hindurchgehen müssen wir selbst!
00:22:37: Wir sind ja schließlich als Homecoming Queens auch das Team Eigenverantwortung.
00:22:41: und drittens auch die Geburt eines Kinders oder Kinder ist eher ein Brandbeschleuniger als ein Startpunkt.
00:22:49: Und viertens du darfst erwachsen sein manchmal Hassen ohne dass es etwas über deine Liebe aussagt.
00:22:56: und Es ist besonders schwer wenn kein Netz über dir ist.
00:22:59: und genau dann darfst Du dir eins selber bauen.
00:23:02: Mein Impuls ist deshalb für dich eine ganz einfache Übung.
00:23:06: Nimm dir diese Woche zehn Minuten und ein Zettel, schreib fünf Momente auf in denen du dich erwachsen gefühlt hast – und zwar bewusst nicht nur die Großen!
00:23:15: Auch das Telefonat dass du gemacht hast obwohl du es dir nicht zugetraut hast oder das Nein dass du ausgehalten hast.
00:23:22: Und dann schau dir die Liste an und frag was haben diese Momente gemeinsam?
00:23:27: Und du hast sie getragen.
00:23:34: Das ist ein ganz persönliches Rezept fürs Erwachsensein und es gehört dir, nicht einer Liste von Malenstein!
00:23:41: Und dann stell dir vielleicht auch noch eine zweite unbequeme Frage Welchen Schritt gehe ich gerade nicht weil ich insgeheim darauf warte dass jemand anderes ihn für mich geht?
00:23:52: Vielleicht ein Gespräch?
00:23:54: Vielleicht eine Entscheidung die du liegen lässt weil du Angst hast das sie falsch sein könnte.
00:24:01: Du musst sie nicht heute treffen Aber ehrlich hinschauen ist schon der erste Schritt.
00:24:06: Und für die Tage, an denen du erwachsen sein einfach nur satt hast schreibt dir dann drei Namen auf.
00:24:11: wen würde ich nachts um drei anrufen wenn es hart auf hart kommt?
00:24:15: Wenn du drei Namen findest wunderbar, dann erinnere dich daran dass du dieses Netz hast und wenn du merkst das es weniger sind Das ist kein Versagen Es ist eine Aufgabe die du stellen darfst.
00:24:26: Wo kann ich mir ein Stück Netz bauen?
00:24:28: An Nachbarin mit der du Schlüssel tauscht, eine Freundin, die du sagen kannst.
00:24:32: Wenn es mir zu viel wird, melde ich mich... ...eine Gruppe in der du nicht funktionieren
00:24:37: musst.".
00:24:38: Wir zum Beispiel im engsten Freundeskreis haben ein Codewort vereinbart und meiner besten Freundin das wir schreiben wenn wir wirklich schnellstmöglich jemanden zum Reden brauchen.
00:24:50: Das ist unser kleines unsere persönliche eins eines zwei.
00:24:55: Und erlaube dir auch kleine Pausen von Erwachsensein.
00:24:57: Zehn Minuten, in denen du nichts organisierst!
00:24:59: Ein Bart, ein Spaziergang ohne Kopfhörer oder Planetenzen in der Küche oder einfach auf der Treppe sitzen?
00:25:04: Das ist keine Flucht sondern Pflege und es ist ein Vorgeschmack auf das worüber wir dann vielleicht auch noch sprechen warum wir uns manchmal so sehr wünschen wie der Kind zu sein und ob das wirklich so richtig ist.
00:25:15: und zum Abschluss Du musst nicht fertig erwachsen sein.
00:25:18: niemand ist das.
00:25:19: Erwachsen sein ist kein Ziel dass man irgendwann erreicht und dann für immer hat, es ist eine Haltung die wir immer wieder neu wählen.
00:25:26: Das bedeutet nicht das man altmodisch ist, dass man jetzt keinen Spaß mehr hat.
00:25:32: An guten Tagen ist es leicht an erschöpften Tage ist es vielleicht verbunden mit Mühe und in manchen Tagen eben auch gar nichts.
00:25:38: und das ist okay so!
00:25:41: Das war's für heute.
00:25:43: Wir haben gesehen erwachsen wirst du nicht einen Tag sondern den vielen kleinen Momenten in denen du merkst, dass keiner kommt und dass du trotzdem machst Und denke dran, Gutgenahrung reicht einfach aus.
00:25:55: Bis dahin liebe Grüße eure Grüße!
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